ARBEITEN IN SAN FRAN

Die Arbeit, als Nahrungslieferant ist so unvorstellbar anders, als die eines herkoemmlichen Kuriers! Und bis jetzt gefaellt sie mir nicht. Was aufregend und fuer mich, der neu in der Stadt ist, besonders herausfordernd ist, ist dass es keine Zentrale gibt, die Auftraege annimmt. Je nachdem, fuer welchen Bereich ich zustaendig bin, rufen mich 2-3 Restaurants an, um bei mir direkt Touren zu bestellen. Das find ich groszartig und wuerde mir sowas auch fuer Berlin wuenschen. Wenn ich eine Tour nicht in der vorgegebenen Zeit bedienen kann oeffne ich eine Gruppe mit dem Telefon (das Push-to-talk kann), und versuche, den Auftrag an andere abzugeben. Nicht jeder hat sein eigenes Push-to-talk-Telefon, sondern es gibt ca. 12 Telefone, von denen, ja nach Tageszeit 9-10 unterwegs sind. Das heiszt man muss, wenn man eine Schicht gemacht hat, dass Telefon an die Person weitergeben, die als naechste in dem Bereich arbeitet. Das heiszt jeden morgen trifft sich ein Groszteil der Fahrer um die Telefone des Vorabends an den Mann zu bringen. Das ist mit das schoenste an TCB, dass man sich so haeufig trifft. Nicht nur um Telefone zu tauschen, sondern auch fuer alles andere, was sonst in einem dunklen Buero stattfinden wuerde. Jeden Montag um 16:00 werden vor dem Eisladen Bi-Rite Creamery Checks und Bargeld getauscht und wichtige organisatorische Dinge besprochen.

Montagsmesprechung vor Bi-Rite
Und manchmal wird dann noch im Park abgehangen. Dolores Park, wunderbar! Klein und mitten in der Stadt.





Da der Bezirk Mission das groeszte Auftragspotential hat, gibt es hier einen wichtigen Punkt - "The Benches", an dem zwischen 11:00 und 22:00 eigentlich immer ein TCB sitzt, bzw, wenn viel zu tun ist vorbeikommt, weil eins der Restaurants gleich neben an ist, Jay's Cheessteak.

The Benches

The Benches






































 





















Ach, und was da so dampft ist natuerlich nur ne Zigarette, aber Californien ist unglaublich im Cannabiskonsum. Und San Francisco liegt da wahrscheinlich ganz weit vorne, allein schon, weil es eine der Staedte mit der groeszten Bevoelkerungdichte der USA ist. Man riecht das Zeug hier eigentlich an jeder Starszenecke. DAS IST KEINE UEBERTREIBUNG! Egal wo man ist, reicher Bezirk, armer Bezirk, Business Bezirk UEBERALL!!!

Aber zurueck zum Dasein als Essenskurier. Jeder Job ist ein eiliger Job, jede Sendung ist grosz, darf nicht zu sehr gedrueckt werden, kann tropfen, auskippen usw. Ich mache mir bei der Arbeit immer schrecklcih viele Gedanken, was der Kunde/Empfaenger wohl denkt, wenn er eine zerdrueckte Tuete in die Hand gedrueckt bekommt. Ich mache mir gedanken, ob es noch warm genug ist, noch frisch aussieht, hygienisch ist... das ist vollkommen uebertrieben, weil die Ammis, wie ich sie bis jetzt kennengelernt haben, viel ungezwungener mit diesen Sachen umgehen. Zum Beispiel ist bei Kate's Kitchen die Toilette "ganz hinten links", was bedeutet, dass man durch die ganze Kueche laeuft - es waer ein spektakulaeres Naturschauspiel, wenn ein deutscher Ordnungsbeamter das sehen wuerde! Aber diese Aengste sind nicht das einzige, was mir an der Arbeit nicht gefaellt (und die wuerden mit der Zeit wahrscheinlich auch verschwinden). Es sind die kurzen Distanzen und das man immer zu einem Punkt zurueck faehrt. Irgendwie ist das komisch fuer mich. Ich denke, dass andere Qualitaeten und Faehigkeiten gefragt sind um diesen Job zu meistern. Mal sehen, wie weit ich komme in den naechsten sechs Wochen...

Eine paradisische Seite der Arbeit ist, dass man mit Restaurants zusammen arbeitet (Achtung Widerspruch)! Je Schicht bekommt man mindestens eine Mahlzeit von einem der Restaurants mit denen man waehrend der Schicht arbeitet!!! HAHAHAHA!!! Das ist der Hammer. Drei Mahlzeiten war bis jetzt mein Rekord, eine der positiven Seiten, eines langsamen Tages. San Francisco ist mit einer Vielzahl an wunderbaren Restaurants gesegnet und essengehen ist im Vergleich auch preiswerter, als in Deutschland, was allerdings auch an den hohen Preisen in Supermaerkten liegt. Lustig ist, dass egal in welches Restaurant man geht, in der Kueche Suedamerikaner stehen, meistens Mexikaner. Die einzigen Ausnahmen bilden ein paar asiatische Restaurants (wegen der groszen chinesischen Minderheit) und ein paar indische.

Zum Abschluss will ich noch sagen, dass, wenn man in 20 Jahren noch Kurier sein will, sich wohl lieber schnell mit dem erfolgreichen Modell von TCB anfreundet. Ein Problem das Modell in Deutschland anzuwenden, waere allerdings die nicht vorhandene Trinkgeldkultur. Aus Kuriersicht machen Trinkgelder einen essentiellen Teil der Gewinne aus.

Anbei noch ein paar Bilder von der Stadt.







Real Pimps write their Moms ery day!





Kommentare:

  1. wow..echt ein klasse bericht und tolle fotos! verfolge deine usa erzählungen hier regelmäßig mit großer freude. viel erfolg in übersee weiterhin

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  2. Viiieeeelen Dank, fuers Kompliment und fuers Lesen!

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