FIXED ALPCROSS / AUSZUG




Die Idee
Der Grundgedanke eine Alpenüberquerung mit starrer Nabe zu machen fiel im Frühling 2012. Wir haben bereits letztes Jahr einige längere Touren bestritten und brauchten eine neue Herausforderung. Als ichmeinem Team von der Idee erzählte waren alle begeistert und wir mussten nur noch den richtigen Terminfinden. Nun ging die Recherche los… Welche Route? Wieviel km und hm sind pro Tag machbar? Ist es überhaupt möglich? Welche Übersetzung? Welche Kleidung? Etc..

Das Team
Insgesamt waren wir vier Fahrer (Björn, Max, Jens und Ich), ein Filmer und zugleich Fotograf (Jonas Zaza) sowie ein Kameraassistent/ Autofahrer/ Motivator (Christoph alias Jogi). Im Vorfeld haben wir bereits öfters zusammen trainiert und haben bereits längere Strecken wie z.b. Berlin-Dresden (210km) fixed zurückgelegtWir waren also „perfekt“ vorbereitet… dachten wir zumindest!



Das Equipment/ Die Bikes
An unseren Bikes wollten wir möglichst wenig verändern… Keep it real uswdachten wir unsZweiter Satz Laufräder? Verschiedene Bikes für bergauf, bergab? Da könnten wir ja gleich mit dem Rennrad fahren… Wir einigten uns darauf dass wir mit zwei Ritzeln fahren würden. 48/19 als Bergübersetzung und 48/17 für die Geraden sowie Bergab. Da wir alle Flip Flop Laufräder hattenwar es kein Problem das Laufrad innerhalbkürzester Zeit umzudrehen. Als Begleitsowie Filmfahrzeug hatten wir den 8bar Transporter. Da derTransporter nach hinten geschlossen war, befestigten wir einfach einen alten Autositz entgegen der Fahrtrichtung und fuhren mit offener Heckklappe… Ich frage mich immer noch wie Jonas das bei 70km/h bergab ausgehalten hatten und nebenbei noch am Filmen war?!? Vielleicht hat ihm aber gerade das Filmen vom Asphalt abgelenkt, der sich gerade mal 30cm unter ihm vorbei bewegte…
Durch unsere Sponsoren Oakley, Schwalbe, Cat Eye, komoot, Elite, Sport Beans und mulebar waren wir zudem perfekt ausgestattet und perfekt auf die Tour vorbereitet.  

TAG 2 (aus der Sicht von Jens)


Das Frühstück am Morgen war lecker und wie in Österreich üblich von Tiroler Volksmusik begleitet. Was beiuns am Tisch nur bedingten Anklang fand… Meine Stimmung war zudem etwas betrübt, da ich auf Grund der ungewöhnlichen Belastung bereits massive Knie-, Bänder- sowie Sehnenschmerzen hatte.
Nach den üblichen Vorbereitungen ging es los in Richtung Reschensee, unserem zweiten Ziel. Als Highlightdieser zweiten Etappe darf man unbestritten die sogenannte "Nobertshöhe" erwähnen, die uns bei km 68erwartete. Ich kannte diesen Anstieg bereits durchs Rennradfahren und warnte meine drei Mitstreiter vor dieser miesen steilen Rampe mit insgesamt 11 Kehren, die sich auf in Kürze auf 1.405m ü NN. hochwinden. Nun aber galt es mit einem starren Gang hochzufahren und das mit unserer 48-19 „Bergübersetzung". Die ersten Kehren sind wir noch mit ordentlichem Druck hochgekeult, nach der vierten Kehre brannten meine Schenkel jedoch bereits wie Hölle und mein Pulsmesser zeigte äußerst bedenkliche Werte von weit über 180 Schlägen an. Keiner von uns dachte jedoch an stehen bleiben oder gar schieben...no fucking wayWirmotivierten uns gegenseitig und fuhren alle am Limit. In der letzten Kehre wurde mir kurz schwarz vor Augen und ich fuhr im Robotermodus. Ich verfluchte den "Norbert", die Berge, die Strasse, den Trip, meine Knie, die Übersetzung, einfach alles stellte ich kurzzeitig in Frage... Aus purer Verzweiflung verschärfte ich das Tempo dann noch einmal auf den letzten Metern, dann hatten wir es jedoch endlich geschafft. Oben angekommen, war es bei allen die pure Glücksausschüttung, Freude und Zufriedenheit zugleich. Wir hatten"Norbert" bezwungen… und das am Stück! Nach einer kurzen Pause ging es dann moderat abwärts in Richtung Nauders und dann weiter zum Reschensee. Am Abend gab es leckere Tiroler Kost.  Nach dem üblichen "Feierabendbier" in gemeinsamer Runde mit Blick auf den Reschensee dauerte es nicht mehr lange bis wir alle in unseren wohl verdienten Schlaf versanken.

weiterlesen und englisch version hier http://8bar-bikes.com/pages/fixed-alpcross

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