OZON BICYCLES × FAHRTWIND = BAMBUS LIEBE


Meine Verbindung zu Bambusrädern ist lustiger Weise genauso alt wie Fahrtwind Berlin. Als ich im damals lebendigen Fixedgearberlin Forum diesen Post im Group Ride Thread hinterließ











war das Forum schon tot und der einzige der, meiner Einladung folgte war Lukas, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Aus diesem Zusammentreffen wurde dann das hier




































und daraus wurde dann Fahrtwind Berlin. Wir sind an dem Abend dann Richtung Osten gefahren und haben uns mit einem gewissen Dan, Industriedesigner aus Kentucky, mit beinahe perfektem Deutsch, getroffen. Eins der Themen des Abends waren Bambusrahmen. Dan hatte begonnnen sich im Rahmenbau auszuprobieren und hatte Verbindungen zu einem Projekt der Technischen Universität, das sich mit dem Thema beschäftigte.

Eigentlich will ich hier aber gar nicht meine Memoiren schreiben sondern über ein Spätfolge dieses Abends berichten - mein erster Bambusrahmen. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt mir den Tenfour Torro



zuzulegen, weil ich die Idee eines "unzerstörbaren" Rahmens, vor allem für die Arbeit, sehr attraktiv fand. Zum Glück habe ich zu diesem Zeitpunkt erfahren, dass Dan nach Testfahrern für seine Bambusrahmen sucht und war sofort dabei! Für symbolische 250 € hat er mir dann einen Rahmen nach meinen Wünschen gebaut (eigentlich waren es sogar zwei). Als ich das oversized, super-rugged Ergebnis sah, war ich sofort verliebt!

Doch das war nicht das einzige, was mich zu Luftsprüngen animiert hat. Die Verabredung war, dass ich einen neuen Rahmen kostenlos bekomme, für den Fall, dass ich den Rahmen in die Knie zwingen kann. Damit begann eine Raderfahrungen, die ich so noch nie gemacht habe. Jedes Kopfsteinpflaster und später dann auch Waldwege, Treppen und was sonst noch einen Straßenrahmen innerhalb weniger 100 km über den Jordan befördert hätte, habe ich mit diesem Gerät verschlungen. Das hat sich gerade beim CMWC 2011 in Warschau bezahlt gemacht, weil die Strecke eher einer anspruchsvollen Cyclo Cross Strecke glich als dem Kurier die sonst so vertraute urbane Umgebung. Meine erste Qualifizierung fuers Finale :D

Mehr Bilder hier
























In meiner Vorbambuszeit habe ich immer fest an zwei Dingen festgehalten, ein Rahmen muß viel aushalten und er muß verwindungssteif sein. Meine Erfahrung mit Bambusrahmen hat mir gezeigt, dass ich nichtmal eine Ahnung davon hatte, was "viel aushalten" sein kann. Das absolut großartige an diesem Rahmen ist, dass ich damit im Wald genausogut gefahren bin wie auf der frisch alphaltieren Straße, weil der Rahmen eine perfekte Balance zwischen Vibrationsabsorption (Komfort/Federung) und Verwindungsteifigkeit (Sportlichkeit/Energieeffizienz) besitzt.

Nach ca. 25000 km, hat er dann aber doch das zeitliche gesegnet. Genauer kann man das hier auf deren Seite nachlesen. Erstaunlich, wie lange dieser Prototyp überlebt hat und wie viel er mir über das Radfahren beibringen konnte und vor allem wie er meine Sicht von Rahmen verändert hat. Wenn ich mich von allen Rahmen, die ich habe, nur einen behalten dürfte wäre es auf jeden Fall mein Bambusrahmen. Er ist Crosser, Bahnrad und Rennrad in einem und in jeder Disziplin groszartig!

Wie versprochen, hat Dan dann wirklich mit dem Bau eines neuen Rahmens begonnen inzwischen unter dem Namen Ozon Bicycles Berlin mit einem vierkoepfigem Team. Ich werde die neue Version meines Rahmen wieder genauso vielseitig einsetzen wie den Vorgänger, nur dass davon auszugehen ist, dass trotz 500 g Gewichtsersparnis bedeutend mehr km notwendig sind um eine Stelle an diesem Traumgefährt zu finden, die mir nachgibt.

Die neue Version sieht nich besser aus, ist in der Geometrie nur leicht veraendert, aggressiv und eng und faehrt ueber alles rueber, was mir in den Weg kommt. Das Tretlager ist ein bisschen weiter nach unten gekommen (ca 29cm hoch statt 31cm), und der Radstand hat sich um einen paar mm erhoeht. Bilder folgen.

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