WIR SIND DA!

Yeah! Heute angekommen. Nach einem wilden Ausflug in den Dschungel, der in einem epischen Downhill auf einer sandigen Piste endete, und einer wilden Party gestern Abend im Hottub des Hotels und tausend anderen coolen Begebenheiten sind wir in San Francisco! Die Stadt ist schoen auf den ersten Blick. Ich bin super aufgeregt, wie Akt 2 meines USA Aufenthalts wird. Ich hoffe ich bekomme einer der 10 Betten, die in einem riesen Schlafsaal in Oakland angeboten werden. Dann koennte ich die Miete hier mit 300$ vergleichsweise gering halten. Heute Abend erstmal ne Party mit anderen Kurieren und dann ab morgen ein neues Leben starten (oder so).

Aufgeregte Gruesze aus San Fran. Anselm




USA + FAHRRAD

Es ist hier zwar nicht so schoen Rad zu fahren, wie in Europa, weil es weniger der "weiszen" Starszen gibt und man somit haeufiger dem Verkehr ausgeliefert ist, dafuer darf man hier auf dem Freeway fahren. Das heiszt auf einer vierspurigen Fernstrasze. Ist fuer den Urlaub jetzt nicht unbedingt geeignet, aber um Strecke zu machen ist es natuerlich wunderbar. Ausserdem hat man nie den "Weiszes Auto auf blauem Hintergrund"-Frust...

Gestern war der hoehenmeterreichste Tag: 1681. Es war ein schoener Tag, und der Temperaturabfall, als wir aus den sonnenbeschienen Bergen an die Kueste kamen war gigantisch! Die Berge waren heisz, so etwa 28°C, waehrend die Kueste hoechstens 15°C hatte und natuerlich den uns schon bekannten dichten Nebel.

Inzwischen sind wir unter 200 Meilen von unserem Ziel entfernt und meine Aufregung waechst mit jeder Meile, die wir der Stadt naeher kommen...

Noch was zum Thema Essen. Die erste interessante Erkenntnis, die wir am Beginn unseres Trips gemacht haben war, dass essengehen preiswerter ist als selber einzukaufen (natuerlich auch vom Restaurant abhaengig). Die zweite Erkenntnis ist, dass wenn man weisz wo man hingehen muss, amerikanisches Essen groszartig ist! Bis jetzt haben wir immer Empfehlungen bekommen und hatten sehr gutes Fruehstueck und Abendessen. Das Fruehstuecksangebot scheint sich in den USA auf Pancakes, French Toast, Waffeln und Omlett zu beschraenken, aber fuer mich ist das wunderbar. Natuerlich darf der Bacon nie fehlen. Ich liebe Amerika!

Fast vergessen: Gestern gabs die erste groeszer Radpanne. Falkos Hinterrad hat sich auf der groszen Abfahrt aufgeloest... gut, dass Dinah gut genug fuer zwei hitchhiken kann. Sie hat ihn einfach in den Bergen abgeholt. Heute warten wir dann noch kurz auf sein neues Hinterrad und dann gehts weiter. In der Gruppe gibts noch die Diskussion, ob wir den Rest der Strecke in zwei oder drei Tagen absolvieren, wie dem auch sei, wir sind sehr bald da!

Morgentliche Grusze aus Fort Bragg, CA. Anselm





CALI!

Wir sind in Kalifornien angekommen. Die Fahrt durch die Redwoods war wie angekuendigt wunderbar. Ausserdem gabs heute die laengste Abfahrt bisher, allerdings ohne Geschwindigkeitsrausch, weil zu flach und zu kurvig. Unser Ruhetag gestern hat sich auf alle wunderbar ausgewirkt und wir werden die letzten 700 oder so KM in den naechsten 5-6 Tagen absolvieren.

Das erste mal seit beginn der Tour hab ich das gemacht, was ich so gerne tue: Querfeldein fahren! Es war wunderbar, obwohl es nur kurz war, weil der Weg dann nicht mehr fuer Raeder freigegeben war, und ich halte mich einfach viel zu haeufig an die Regeln. Alles in allem war der Tag vielleicht der schoenste seid beginn der Tour, weil ich haeufig vom Highway weggekommen bin. Das liegt einerseits daran, dass wir alle gemerkt haben, dass man sich auf die Radwegschilder hier verlassen kann. Es ist erstaunlich (fuer einen deutschen Radfahrer), aber wahr. Wenn ein Schild die vorschlaegt den Highway zu verlassen, kann man das mit ruhigem Gewissen machen, weil alle nachfolgenden Schilder grosz und gut sichtbar sind. In Deutschland geht das nicht, weil Schilder die Groesze einer Handinnenflaeche nicht ueberschreiten, sodass man sie ueber sieht, wenn man schneller als 5 km/h faehrt. Darueber hinaus lerne ich immer mehr das GPS Geraet zu bedienen und zu nutzen. Es ist erstaunlich wie hilfreich und bereichernd es sein kann!

Beendet hab ich den Abend dann mit Blick auf den Pazifik zwischen Huegeln. Die Natur hier ist groszartig, besonders deutlich wird das wahrscheinlich auch im Kontrast zu den Hinterlandammis, die mit Bussen so grosz wie Einfamilienhaeusern (und sich daran dann noch ihren SUV oder Pivkup-Truck dranhaengen) von Campingplatz zu Campingplatz touren und dabei soviele "Scenic Routes" wie moeglich mitnehmen. Marcus hat erzaehlt, dass er heute ein Hinweis auf einen "Drive-through Tree" gesehen hat. Grosz genug sind die Baeume ja. "Admission 1$"...

Ich hab noch zwei Fotos von Stickern, die am "Welcome to California"-Schild klebten mitgeschickt. Dustymusette ist auf jeden Fall lustig zu lesen!

Beste Gruesze aus Orick, CA. Anselm








L.A. BUDDY

In Vancouver haben wir noch Ace von Chubby Boob getroffen. Seine Videos habt ihr bestimmt schonmal gesehen. Und die haben ihre eigenen "Sharpie"s (ein amerikanischen Stifthersteller)! Die Welt ist so klein.

Dustin von Cicli Berlinetta war vor nicht alzu langem auch in Vancouver. Alle Radlaeden der Stadt sind mit seinen Stickern geklebt.

Bis spaeter. Anselm


RAUSCH

Die Strasse ist wieder richtig gut zu uns. Nachdem wir gestern die Seven Devils Road geniessen konnten haben wir uns heute einen Ruhetag mit 40 km oder so gegoennt. Am Strand rumgehangen, im viiiiiiel zu kalten Pazifik gewesen UND einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt: 66 km/h. War echt schrecklich schoen, vor allem weil ich Arik vor mir sehen musste, der ohne Zusatzbremse die Abfahrt runtergeschossen ist. Es ist davon auszugehen, dass er die 70 km/h ueberschritten hat, weil ich zwei drei Mal an meinem Hebel gezogen habe...

Ich liebe den neuen Ozon Bambusrahmen! Dass der bei 66 Sachen, wild rumwedelnden Kurbeln mit Stahlpedalen mit Haken dran und schrecklichem Wind so "ruhig" und kontrollierbar bleibt ist wunderbar!

Es ist fast immer so schoen neblig, dass ich dutzend Bilder gemacht habe, die wahrscheinlich alle aehnlich aussehen. Das Wetter hier an der Kueste ist bis auf den Gegenwind optimal, manchmal mit 15 Grat etwas zu kalt.

PREMIERE: Erster Fahrtwind Sunday Ride ausserhalb Europas! 30km wunderbar von Gold Beach, OR nach Brookings, OR. Es war soo schoen!






AMERIKA

du kannst so haesslich sein. Die halbe Nation ist "for sale", vor allem Grundstueck und Haeuser natuerlich. Das Hinterland, also 99,99% Amerikas, ist echt traurig... Ich mag es trotzdem! Die Straße und ich sind wieder Freunde. War nen schoener Tag heute von North Bend nach Golden Beach.

Bis spaeter. Anselm



BRITISH COLUMBIA - OREGON

Heute ist mal ein bisschen mehr Zeit, die ich nutzen will, um die letzten vier Tage zusammenzufassen.

Als wir am 10. August aus Vancouver losgefahren sind gingen neun Tage mit haufenweise Freunden und neuen Freunden und wunderbaren Parties zuende. Am Abend vor der Abreise lief ein verhaengnisvolles Lied, was dazu fuehrte, dass ich unbedingt tanzen gehen wollte. Zum Glueck war Donnerstag, der Tag an dem woechentlich "Ting" im Hotel Astoria statt, die Dancehallnacht (was lustig ist, weil ich gerade in Astoria, OR, USA, bin). Unterwegs zum Laden hat Louise, unsere groszartige radpolospielende Gastgeberin, mir noch einen der amtierenden Bikepoloweltmeister vorgestellt.

Polo, was urspruenglich fest mit der Kurierszene verbunden war (die groszen Turniere waren immer waehrend Kuriermeisterschaften) hat sich innerhalb kurzer Zeit vollkommen selbststaendig gemacht. In Chicago habe ich Tucker Schwinn kennengelernt. Tucker ist ein Verwandter von Ignaz Schwinn, dem Menschen, der 1895 die Schwinn Bicycle Company gruendete! Den Kontakt hatte Brian unser Chicagogastgeber gemacht und Tucker hat mir ein geiles Cross-Single-Speedrad geliehen, als meins "verschwunden" war. Auf jeden Fall hat seine Familie nach dem Verkauf der Schwinn Company Waterford Precision Cycles, custom Stahlrahmen, gestartet und wenn ich das richtig erinnere hat Tucker einen Polorahmen mit den entwickelt. Ich hab so schoene Bilder, die aber noch auf der Kamera sind. Auf jeden Fall hab ich erfahren, dass es inzwischen regionale Qualifier fuer die Poloweltmeisterschaften gibt!!!

Zurueck nach Vancouver...

Den Rest schreib ich in Stichpunkten, sonst wird das hier nichts.

...wegen groszartiger Dancehallparty 2 Tage mit dem Korb im Rucksack statt am Fahrrad gefahren.

...erste Nacht unter einer Bruecke verbracht: total abenteuerlich, wunderbar!

...erste Etappe, von Vancouver nach USA war furchtbar, non-stop Verkehr bis zur Grenze, danach wars wunderbar!

...an der Grenze, Mr Anderson:"Oh, you have to ride back to the other boarder crossing, then you can come back here and talk to the guy on the other side of the counter". Schock! Was, ehrlich?! Mr. Anderson:"No, I'm just kidding with you..."

... zweite Nacht in Port Townsend: Kein Zimmer mehr frei. Zwei Telefonate einer Hotelreceptionistin und 10 Minuten spaeter stand Mick, ein pensionierter Ozeanograph, vor uns und hat uns alle 7 fuer die Nacht aufgenommen

...vorher: Gunter (deutsche Eltern) hat uns eine Karte mit billigen Motels auf eine Serviette gemalt. Helft ihm mit seinem Projekt

...nach dem ersten guten, harten Radtag (190km) um die Halbinsel Olympia von Port Townsend nach Forks, haben wir endlich das erste mal in einem der amerikanischen Motels gepennt.

Bis dahin. Anselm

PAZIFIK

Das Meer ist schoen, aber Verkehr hier auf dem Highway 101 zwischenbTillamook und Florence ist zum kotzen - Heerstrassenniveau! Mein Inlandsabstecher gestern war bedeutend schoener, auch wenn man nicht so viele Ausblicke hatte...

Dafuer: Neuer Geschwindigkeitsrekord 62,5 km/h. Und das die scheiss Kuestenstrasse mit verdammt viel Wind und Verkehr. Es war das absolute Highlight heute. Aber ich hab auch noch 100 vor mir, wie's scheint.

Gruesze vom Walmart. Anselm


LINE OF SIGHT screening präsentiert von 8Bar-bikes & Fahrtwind


Am Samstag, den 25.08.2012 ab 20h werden wir den lang ersehnten Film von Lucas Brunelle zeigen.
Das Screening findet im Atlas Pancake (Forster Straße 5, 10999 Berlin) statt.

10 Jahre lang hat Lucas Alley Cat Rennen in der ganzen Welt (u.a. in Berlin), Kuriermeisterschaften und weitere skurille Sachen mit dem Bike gefilmt und dies mit Line of Sight nun auf Film gebracht.

Line of Sight - Trailer:
http://vimeo.com/43954522

DVDs und Infos gibt es hier:
http://lucasbrunelle.com/



VERGNUEGEN

Heute endlich gefahren: 190 km und einige Hoehenmeter von Port Townsend nach Forks, WA, auf der Halbinsel Olympia. Mit Strandpause.

Es sind so viele Dinge passiert, aber ich will jetzt schlafen. Erste Nacht in nem richtigen Amerikanischen Motel. Ich liebe dieses abgefuckte Land!

Fahrt vorsichtig! Anselm



CHILLIN'

at the Supermarket. Heute abend in Port Townsend, WA, wenn wir die Faehre noch bekommen.

Beste Gruesze! Anselm


BEAUTY

Wunderbare Uferstrassen mit genialen Ab- und Auffahrten. Gestern Nacht unter ner Bruecke gepennt, sehr gut geschlafen. Es ist das Abenteuer, was ich wollte. Jetzt schnell weiter, wir sind zu langsam und haengen zuviel rum... es ist wunderbar!


ALLE ZUSAMMEN!

NACHTRAG

Juchu! Gestern ist dann auch Dinah angekommen und unsere Gruppe ist komplett. Rainier aus Zwolla, NL, Falko, Arik, Marcus, Dinah und Christian und icke. Ich hab heute probiert einen der drei Vancouver Berge, Mt Seymour, zu bezwingen und bin dabei klaeglich gescheiter. Bei ca hm 480 (von insgesamt ueber 1000) hab ich mich dann an den ebenfalls anstrengenden Abstieg, weil ich meine Bremse noch nicht installiert habe. Es war auf jeden wunderschoen und obwohl so stadtnah ein schoener Vorgeschmack auf was uns erwartet. Wunderbare Natur, wunderbare Hoehenmeter und wunderbare Gerueche.

Morgen starten wir!


TRANSAMERICA




























Ich (lukas  diesmal )habe basti und charlotte in New York getroffen. Beide sind von dort aus vor zwei Wochen gestartet und muessten jetzt gerade kurz hinter Chicago sein.
Gestartet wohin?  Es geht nach San Francisco. Wer mehr erfahren moechte hier gibts eine Fb. Seite 

Viel Spass euch bei der Weiterreise ! RIDE SAFE

Lukas

T-Shirt Abholungstermin


T-Shirts können diesen Freitag den 10.08. ab 21h im Heisenberg Schillerpromenade 11 in Neukölln gegen angekündigte 15€ Spende mitgenommen werden!
Falls Ihr Freitag nicht könnt, sind wir vermutlich am Sonntag gegen 14h nohcmal auf dem Tempelhofer Feld (Nahe Eingang Herrfurth- Ecke Oderstr).

Alle die das Shirt zugesendet bekommen wollen/müssen schreiben bitte nochmal kurz.


VAN-COUVER

Vancouver ist groszartig! Zwar mehr Stress mit Polizei, aber schoene Stadt und wieder groszartige Menschen!
Hey Steff! John sagt "Hallo!"
"Super Champion" unbedingt besuchen!


CHICAGO, CMWC, VANCOUVER

Nachdem ich letzte Woche den Schock ueberstanden hatte und mein Fahrrad nach zwei Tagen endlich wieder aufgetaucht war ging der entspannte Teil unseres Chicagoaufenthalts los. Die Menschen sind wunderbar, die Stadt wunderschoen und der Verkehr von einer Ruhe, Ruecksichtsnahme und Freiheit fuer Radfahrer gepraegt, die ich noch nie erlebt habe! Ampeln gelten hier fuer Raeder nicht wirklich, massenhaft Radwege (alle auf der Fahrbahn), Autofahrer entschuldigen sich, gegenseitiger Respekt. Die Regelwut und die sinnlose Verfolgung der man in Berlin als Radfahrer ausgesetzt ist, tritt hier in anderen Bereichen des oeffentlichen Lebens auf. Auf der Gruenflaeche im Park auf der man sitzten und spielen darf, darf man keine Fahrraeder stellen. Draussen Alkohol zu trinken kann zu hohen Geldstrafen (500$) oder sogar einer Verhaftung fuehren. Als wir am See saßen und unsere Bierdosen in den beruehmten braunen Papiertueten versteckten kam ploetzlich durch den Park ein Bullenwagen angerauscht (keine Uebertreibung!), heraus stuermte Officer Wong:"You got ID?! You got ID?!" Aber kein Problem - wir sind Deutsche... nach kurzer Unwissenheitsbeteuerung und der Belehrung, dass das Gebaeude neben uns Homeland Security sei und demensprechend gerade 40 Kameras auf uns gerichtet sind wird das Thema schnell gewechselt: Ihr (weissen) Deutschen mit euren teuren Telefonen und Fahrraedern muesst besonders vorsichtig sein: Die Schwarzen kommen zu hundert und schlagen euch zusammen und klauen euch eure Sachen (Zitat!!!). Wenn wir nen Schwarzen seht sollten wir die Straßenseite wechseln oder einfach in die andere Richtung gehen. "I am no racist!" beteuert Officer Wong...

Wir sind nur ein bisschen schockiert beenden das Gespraech schnellstmoeglich und haben fuer den Rest des Aufenthalts jede Menge zu lachen. Unsere unglaubliche groszzuegigen und lieben Gastgeber (zum Schluss hausten wir zu 7 in ihrer Wohnung), Safia und Brian, ein Weiszer, bestaetigen den gewonnen Eindruck aus eigener Erfahrung: "Chicago is one of the most segrigated cities in the US." Wir lieben diese Stadt trotzdem!

Aus dem Rennen ist dann fuer mich nichts mehr geworden. Der seelische Stress meines zeitweise verlorenen Rads, die extreme Hitze und die groszartigen Parties lassen meine Motivation schwinden. Soweit ich es beurteilen kann, war es eine gelungene Weltmeisterschaft, die vorallem durch die gastgebende Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist. 

Jetzt sind wir in Vancouver angekommen und der erste Eindruck knuepft an die positiven Erfahrungen an: Offene Menschen, freies Wlan im Flughafen, der Zug in die Stadt 1,50$, Fahrrad kostenlos! Fuck you "Berlin die Fahrradstadt".

Ich bin gespannt und sehr optimistisch. Auch was Basti und Charlotte (die sind von NYC nach Chicago mit dem Rad gefahren) vom Hinterland erzaehlt haben enspricht meiner Erfahrung des offenen, interessierten und vor allem hilfsbereiten Amerikaners. Schade nur, dass die so verdammt viel Angst vor so verdammt vielem haben. Und zum Glueck sind wir weisze Kids aus dem Deutschen Mittelstand. Es ist halt immer eine Frage der Umstaende und des Blickwinkels.

Noch eine Episode: Wir sind nachts um 2:30 im Spaetkauf (seven11) und wollen Bier kaufen. Der schwarze Kassierer kommt angeflogen als wir es aus dem Kuehlschrank nehmen wollen:"Kein Bier nach zwei! Das ist Gesetz...". Schade. Ein lateinamerikanisch aussehender, taetowierter junger Mann kommt hinein, will auch Bier kaufen, gleiche Diskussion. Es kommt noch im Laden zu einem Gespraech mit dem Herren. Er geht raus und quatscht mit dem Rest meiner Gang, die draussen bei den Fahrraedern stehen. Waehrend dessen erzaehl ich dem Verkaeufer wie befremdlich die ganzen Alkohleinschraenkungen uns Deutschen vorkommen, vor allem weil an jeder Ecke in Chicago fuer Alk geworben wird. Er erzaehlt mir darauf seine traurige Geschichte mit schwerer Krankheit, deshalb Arbeitslosigkeit und von einem Bekannten, den er bei seinem alten Job kennenlernte und der ihm versprach:"Eines Tages werd ich ein Seven11 aufmachen, und dann hast du wieder arbeit!" Nach zwei Jahren harter Arbeitslosigkeit bekam der offene Mann auf der anderen Seite der Theke einen Anruf:"Willst du noch den Job im Seven11?" Was fuer eine wunderbare Geschichte, oder? Ihr haettet ihn hoeren muessen, wie dankbar und mit was fuer Emotionen er diese Geschichte erzaehlte. Bevor wir uns verabschieden hat er noch einen dringende Bitte:"Sprecht nicht mit dem anderen Typen, der auch Bier kaufen wollte. Der ist gefaehrlich! Geht nicht in die Richtung in die er gegangen ist!" Dabei hatte sich der Rest meiner Gruppe in der Zwischenzeit bestens mit dem Mann unterhalten und er verabschiedete sich mit den besten Glueckwuenschen...

So, genug der Maerchenstunde. Bilder gibts gerade nicht, weil ich kein Rechner hab um sie von der Kamera ins Netz zu schieben. Bis bald

Anselm