DRESDEN - BERLIN BEI NACHT

210 km Dresden Berlin, zu 75% bei Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt absolviert.

Highlights:
  • Telefonakku eingefroren (keine Musik auf 2/3 des Weges)
  • Trinkschlauch eingefroren
  • Schaltwerk wollte nur noch sehr wiederwillig runterschlten (zum Glück erst kurz vor Berlin)
Vielen Dank an Florian von Troica Cycles, für die wunderbare Strecke. Du bist und bleibst der König im Strecken basteln!

Vielen Dank an den besten Papa der Welt, für die großartige Lampe, die mir mal wieder den Weg geleuchtet hat. Ich werd dich immer lieben. Ich werd dich nie vergessen. Du bist immernoch bei mir.

Allen Radfahrern wünsche ich einen schönen Wochenstart! Fahrt viel und vorsichtig, aber auch mutig!

Edit: Der Track direkt von meinem Garmin

OMNIUM LASTENRAD – WENIGER LAST MEHR RAD!

Als Radkurier lebe ich immer mit der Angst, dass eines Tages die modernen Kommunikationswege, meinen Beruf überflüssig machen. Das Internet wird juristisch immer verbindlicher, 3D-Drucker sind im Kommen. Eine beruhigende Vorstellung für mich und meine Kollegen sind Lastenräder!

Das in Europa vorherrschende Modell ist das Bullit von Harry vs Larry. Aber wer will schon mit einem schwerfälligen Alumonstrum mit über 20 kg Leergewicht und schier endlosem Radstand durch die Stadt ächzen? Ich jedenfalls nicht. Dieses Jahr hat Europa eine großartige Alternative beschert. OMNIUM Cargo aus Kopenhagen sei dank!

Das OMNIUM Cargo als Familienkutsche mit Kindersitz und Kiste,  © OMNIUM

Jimmie "Jumbo" Bargisen, der selber einmal die Lastenraddisziplin einer Radkurierweltmeisterschaft für sich entscheiden konnte, hat sich das Rahmenkonzept von Bilenky zum Vorbild genommen. Bilenky und seine Lastenrad sind bei amerikanischen Kurierfirmen seit einigen Jahren sehr beliebt und weit verbreitet. Bilenky ist ein mittelständisches Unternehmen, das seine Rahmen auch selber fertigt. Sie sind in Europa nur mit hohen Lieferkosten und dem üblichen Zollstress eines Direktimports zu bekommen. OMNIUM läßt seine Stahlrahmen in Taiwan fertigen, was sich im kundenfreundlichen Preis niederschlägt. 

Jimmie "Jumbo" Bargisen, Begründer von OMNIUM Cargo

Die Stahlkontruktion des OMNIUMs hat die Ladefläche über dem Vorderrad, im Gegensatz zum Mitbewerber Bullitt, der die Ladefläche zwischen Vorderrad und Lenker positioniert. Der Unterschied ist, dass bei der OMNIUM-Konstruktion ein geringerer Radstand erreicht wird, was das Rad bedeutend agiler (a.k.a. spaßiger) macht als das Bullitt. Die Last liegt höher, was natürlich dazu führt, dass es, wenn voll beladen, unruhiger ist als das Bullitt. In der Praxis macht sich das jedoch kaum bemerkbar.

Yohannes und Simon bei der CMWC 2013 im super bergigen Lausanne

Wenn die Ladefläche nur leicht beladen ist, fährt sich das Rad wie ein "richtiges" Rad! Das ist gerade für uns Kuriere so schön und wichtig, wird aber auch Freizeit-, und Privatfahrern zugutekommen. Dazu kommt, dass das OMNIUM ca 3 kg leichter ist als das Bullitt, was ein spürbarer Unterschied ist; noch ein Argument für den Newcomer: STAHL! In meinen Augen spricht alles dafür, ein Rad, das schweren Belastungen ausgesetzt ist, aus Stahl zu fertigen und nicht aus Aluminium. Aluminium kann anfangs zwar sehr steif sein, neigt aber zu Ermüdungsrissen, was die frühen Modelle des Bullitts eindeutig bewiesen haben.Wie sich das OMNIUM im Dauertest macht bleibt noch abzuwarten. Einer meiner Kollegen bei der Cosmo Kuriergenossenschaft, fährt das OMNIUM seit Oktober täglich und ist nach wie vor begeistert.


Die OMNIUM Cargo-Geometrie, © OMNIUM

Die Bullittgeometrie als Skizze, © Larry vs Harry


Die wichtigsten Unterschiede zwischen OMNIUM Cargo und Harry vs Larry Bullitt im Überblick

OMNIUMBullitt
RadstandLadefläche über dem Vorderrad, dadurch geringer Radstand, was das Rad fast so agil macht wie normales RadDie Ladefläche ist zwischen Vorderrad und Lenker. Durch ist der Radstand länger, das Rad also recht schwerfällig. Der geringe Schwerpunkt der Ladung macht das Rad, wenn schwer beladen, einfacher zu steuern
Gewicht: Es gibt leider nicht von beiden Rahmen genaue Angaben. Je nach Aufbau variiert das Engewicht natürlich. Das OMNIUM wiegt ca. 3kg weniger
LaufradgrößeVorne: 20" (451C); Hinten: 28"Vorne: 20"; Hinten: 26"
MaterialStahlAluminium
Ladefläche50 cm breit, 83 cm lang, nach vorne offen46 cm breit, 71 cm lang, durch Vorderrad begrenzt


Hinweis: Ich habe nichts für diesen Beitrag nichts bekommen oder verlangt. Ich find das Ding einfach verdammt gut.

GEMEINSCHAFT - COMMUNITY - COMMUNAUTE

To me cycling is intertwined with the communities behind it. They work!

It is early December. Two terribly depressed months lay behind me. I am finally back on the street working and getting my life in order. My phone beeps. A message from Paris! That alone is pretty cool. It is Pistar, asking if his sister and her friends can stay at my place. I love to have guests! After a little back and forth with him and his sister it is settled: For ten days I'll have a gang of four Parisians in my one-room-apartment.

Long story short, four strangers turned into great friends, once again. I have lived many more stories like that. This is a thank you to all the people I got to know through cycling. Thank you, Rachel! Thank you, Pauline! Thank you, Arnau! Thank you, Max! Thank you, Loic! Thank you, Kylan! Thank you, Chihiro! Thank you, Ned! Thank you, Shannon! Thank you, community! Thank you, cycling!

I hope to get to know more people, get a chance to listen to what they got to say and become a richer man along the way.

Do you use Warmshowers.org? Do you make friends cycling? Does cycling enriches your life in other ways? I'd love to read a comment!

This is the physical result of my latest encounter.

LETZTES JAHR: TOUR ZUM FIEDENSFAHRTMUSEUM IN KLEINMÜHLINGEN


27. April 2013
Ein langer Winter hat sich noch nicht ganz verabschiedet. Eine Gruppe von 14 Fahrern trifft sich um 10:00 am Hausvogteiplatz. Es ist kalt, am morgen hat es geregnet, es wir wieder regnen. Tagesziel: Das Radsportmuseum Friedensfahrt in Kleinmühlingen.

Die gute geplante Route führt uns mit wunderbarem Untergrund über offizielle Radwege durch duftenden Wald, kaum ein Auto.




Route 2,354,508 - powered by www.bikemap.net


Der Tag schreitet vorran, die Temperaturen fallen, der Regen wird stärker. Ich rufe unsere Gastgeber an, sie packen das Abendessen ein, und sind die letzten 10 km unser Begleitfahrzeug. Üppige Wurstplatten aus umliegenden Fleischerein, Brot und Bier. Karl-Heinz und Horst, der Leiter des Friedensfahrtmuseums, empfangen uns wie Brüder und Schwestern! Das Gefühl zuhause bei Fremden zu sein ist selten und sehr schön.

28. April 2013
Wunderbarer Sonnenschein. Wir fahren, geführt von Karl-Heinz, zwei Stunden gemütlich durch die Umgebung, nutzen drei Fähren. Unser Ziel ist das Museum.



Das Museum gefällt mir sehr gut. Das dafür gebaute Haus ist ganz mit Spenden gebaut worden. Neben der Ausstellung zur Friedensfahrt gibt es noch eine Ausstellung von historischen Fahrrädern. Das beste "Ausstellungsstück" ist jedoch Horst, der Leiter des Museums selbst. Er kennt so viele Geschichten, hat so viel recherchiert und Menschen (wieder) zusammengeführ. Ich denke, dass seine Arbeit den Gründungsgeist der Fahrt fortführt. Er bringt Menschen zusammen, macht Fremde zu Freunden.

Ich empfehle den Besuch des Museums! Am besten meldet man sich vorher für eine Führung an, nimmt sich Zeit und hofft, dass Horst Zeit hat zu erzählen.


Den Rückweg hab ich mit Komoot "geplant". Das Konzept von Komoot, ist nur Start- und Zielpunkt einer Tour eingeben zu müssen, und der Dienst errechnet Dir eine schöne Route. Der Rückweg ist mein erste Test dieses kostenpflichtigen Dienstes. Ich finde die Strecke bei weitem nicht so schön, wie die des von Hand geklickten Hinwegs, aber gemessen an der Zeit, die ich gebraucht habe um die Komoot-Route zu planen (etwa 60 Sekunden, im Gegensatz zu ca 2 Stunden) ist es eine hervorragende Strecke. Ein wirkliches Manko ist nur, dass die Route uns zu nah an Brandenburg a. d. Havel führt, was für unnötig viel Verkehr sorgt. Die Komoot-App, kann auch zuverlässig mit Sprache navigieren, auch während man Musik hört, wenn man ein Telefon hat, was genug Batterie für Dauer-GPS hat. Die Routen lassen sich über die Komoot-Internetseite (leider nicht auch über die App) als GPX-Track herunterladen und sind damit sofort auf einem Garmin zu benutzen.
EDIT: Stand, was Komoot angeht, Mitte letzten Jahres. Inzwischen hat sich da viel getan! Einfach mal ausprobieren

Weitere Bilder gibt es hier.